Die Freiwillige Feuerwehr Markt Trockau wurde am 7. Dezember 1873 nach Regierungsbeschluss und Aufruf des königlichen Bezirksamtes gegründet. Diesen, unseren Gründungsvätern, wäre die heutige Stellung, Größe, Ausstattung und Aufgabe der Feuerwehr Trockau wohl unvorstellbar gewesen. Denn das Forschreiten von Technik, Industrie und Motorisierung hat insbesondere bei der Feuerwehr seine Spuren hinterlassen.
Zu der einstigen Grundaufgabe „Hilfe bei Feuerbrünsten“ wurden der Feuerwehr Trockau auch überörtliche Aufgaben, wie technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen oder Umweltkatastrophen übertragen. Bedingt ist dies alles durch die verkehrsgeographische Lage direkt an der Bundesautobahn 9.
Am 09.05.1990 wurde die FF Trockau ein eigenständiger Löschzug des Landkreises Bayreuth. Der Fuhrpark setzte sich damals aus einem Mehrzweckfahrzeug (MZF), einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), einem Löschgruppenfahrzeug (LF8), einemTanklöschfahrzeug (TLF16/25) und einem Rüstwagen (RW) zusammen.
Der aktuelle Löschzug (LZ 20 BT) besteht nun aus einem Einsatzleitwagen (ELW1), einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF20), einem Tanklöschfahrzeug (TLF16/25) und einem Rüstwagen (RW-Kran). Ergänzt wird unser Löschzug zudem durch einen Gerätewagen-Logistik (GW-1) und ein Utility-Task-Vehicle mit Hochdrucklöschanlage (UTV).
Auch personell ist die Feuerwehr
Trockau mit 74 aktiven Feuerwehrlern hervorragend besetzt, insbesondere im Verhältnis zur Einwohnerzahl Trockaus, die bei ca. 480 liegt.
Besonders stolz sind wir auf eine eigenständige Jugendgruppe, die sich auch immer an den Veranstaltungen des Landkreises
beteiligt.
Zudem wurde im März 2017 bei der Jahreshauptversammlung unsere Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Wir wollen bei den Kindern bereits im Grundschulalter die Begeisterung für die Feuerwehr wecken und ihr Engagement fördern, um auch in Zukunft die Einsatzfähigkeit unserer Wehr sicherzustellen.
Ein Blick in die Einsatzstatistik
zeigt, dass die Feuerwehr Trockau im Jahresdurchschnitt ca. 70 bis 80 Einsätze zu bewältigen hat. So konnten viele Menschen, die in ihren Fahrzeugen eingeklemmt waren, gerettet werden.
Durch rasches Eingreifen haben wir bei Bränden das Hab und Gut des Nächsten vor noch größeren Schäden bewahrt. Auch bei Umweltkatastrophen ist unser Einsatz gefragt. Hier sind insbesondere die Teilnahme an den Hilfeleistungskontingenten des Landkreises Bayreuth bei den jeweiligen Hochwasserlagen im Jahr 2002 in Döbeln, im Jahr 2013 in Deggendorf, im Jahr 2021 im Ahrtal, im Jahr 2024 in Donauwörth sowie im Jahr 2025 das Waldbrandgeschehen in Thüringen (Saalfelder Höhe) zu erwähnen.
Hinter dieser Aufrüstung und diesem Einsatz stecken natürlich vielfältige Anstrengungen und Bemühungen. Die Stadt Pegnitz als Sachaufwandsträger musste enorme Finanzmittel aufbringen und Zuschüsse besorgen und dies ist in Zeiten knapper werdender Finanzierungsmöglichkeiten oft nicht so einfach. Im Jahr 1986 haben wir ein modernes Feuerwehrgerätehaus in Betrieb genommen. Bereits 12 Jahre später mussten die Kommune und die Feuerwehr schon Überlegungen bezüglich einer Erweiterung anstellen. Diese wurden mit dem Spatenstich für einen Erweiterungsbau mit weiteren zwei Stellplätzen im Jahre 2000, der Bauvollendung und feierlichen Übergabe 2001 bereits abgeschlossen.
Hervorzuheben ist, dass wir unseren Träger, den früheren Markt Trockau und jetzt die Stadt Pegnitz, bei seiner nicht ganz leichten Aufgabe, die Feuerwehr auszustatten, finanziell so gut es nur ging, unterstützt haben. So konnten wir von 1978 bis zum heutigen Zeitpunkt weit über 100.000 € eigene Vereinsmittel für die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen, Einsatzgeräten, Werkzeugen und Baumaterialien bereitstellen. Dies zeugt von gelebter Partnerschaft.
Auch das Vereinsleben wurde – und wird – in diesen über 150 Jahren rege gepflegt. Das zuletzt im Jahr 2023 begangene 150-jährige Vereinsjubiläum bleibt vielen in guter Erinnerung. Darüber hinaus ist unser jährlich ausgerichtetes Marktplatzfest bei Besuchern aus nah und fern sehr beliebt.
Für uns hat die Feuerwehr neben ihrer eigentlichen Aufgabe des Brand- und Katastrophenschutzes – gerade hier im ländlichen Bereich – auch den Zweck, örtliches Leben durch Tradition, Brauchtum und Gemeinsinn beizubehalten und zu
fördern. Dies wird durch die kürzlich übernommene Patenschaft mit der FF Troschenreuth
zum Ausdruck gebracht.
Die bereits seit Jahrzehnten gepflegten Patenschaften zu den Freiwilligen Feuerwehren Lindenhardt, Leups, Büchenbach, Haßlach und Schnabelwaid sind lobend zu erwähnen, denn bei all diesen Wehren wird auch wie bei uns unser Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ über ein hohes Maß hinaus.